Das studentische Team der Juristischen Fakultät der Universität Passau (Elena Lorenz, Hanna Günther, Lea Horn und Kilian Straube) hat im Mai 2021 erfolgreich an der Final Oral Round der 9. Ausgabe der European Human Rights Moot Court Competition (EHRMCC) teilgenommen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie fand der Wettbewerb, auch das Finale vom 17. bis 21. Mai 2021, im digitalen Format statt.
Bei der EHRMCC, einem der klassisch international ausgerichteten Moot Court-Wettbewerbe, stehen menschenrechtliche Fragestellungen im Mittelpunkt. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von ELSA International. Kooperationspartner sind der Europarat, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und die European Human Rights Association (EHRA).
Der zu bearbeitende fiktive Sachverhalt behandelte die brandaktuellen Probleme des Menschenrechtsschutzes im Rahmen einer epidemischen Lage und des staatlichen Einsatzes von datenverarbeitender Software (Videoüberwachung und Facial-Recognition-Technologie). Die Qualifikationsrunde (September bis Dezember 2020) erforderte das Einreichen zweier Schriftsätze, aus denen die besten 18 Teams ermittelt und zur Final Oral Round nach Straßburg eingeladen wurden.
Die Besonderheit des EHRMCC ist, dass die zu erstellenden Schriftsätze exakt den Vorgaben einer im realen Leben beim EGMR einzureichenden Individualbeschwerde gleichen. Zu ihrer Erstellung bedurfte es der fachlichen Analyse und dogmatischen Interpretation zahlreicher englisch- und französischsprachiger Judikate des EGMR sowie der vertieften Auseinandersetzung mit internationalen Rechts- und Literaturquellen. Die daraus gezogenen Erkenntnisse und Nachweise, angereichert mit eigenen Ideen, wurden Teil der Argumentation für die komplexen Rechts- und Abwägungsfragen des Falles.
Das Team der Uni Passau hatte mit exzellenten Schriftsätzen den 8. Platz von 66 Universitäten aus ganz Europa errungen. Die Ergebnisse der sog. Oral Pleadings anlässlich der Regional Round in Lissabon im März 2021, der zweiten Stufe der Vorrunde des Wettbewerbs, flossen mit einem Gewicht von 50 % in die Auswahl der besten 18 Teams für das Finale mit ein. Hier konnten die Studierenden die für sie erstmalige Gelegenheit wahrnehmen, in ca. 80-minütigen Plädoyers rhetorisches Können und technische Präsentationsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Der hierbei erzielte 4. Platz wirkte sich derartig positiv im Gesamtergebnis aus, dass das Passauer Team auf dem 6. Platz ins Finale einziehen konnte.
Fachlich betreut wurde das Passauer Team durch die 2010 an der Universität Passau eingerichtete Forschungsstelle Human Rights in Criminal Proceedings (HRCP). Als Coaches fungierten Veronika Kolitz, Romina Milles und Prof. Dr. Robert Esser. Eine finanzielle Unterstützung leisteten der Verein der Freunde und Förderer der Rechtswissenschaft an der Universität Passau e.V. und ELSA Deutschland e.V..
Die 10. Runde des EHRMCC (unter dem neuen Label: Helga-Pedersen Moot Court Competition – HPMCC) startet im August 2021. Auch dort hofft die Universität Passau wieder mit einer Studierendengruppe der Juristischen Fakultät vertreten zu sein.